Erntedankfest am 16. September in Fahrland
1. September 2017
Das Problem Preußenhalle
1. September 2017

„Vom Stempel der Erinnerung“

Sonja Schnitzler wurde Zeitzeugin der Aktion „Weiße Nelken“

Innerhalb der Veranstaltungsreihe des Bürgervereins Fahrland und Umgebung e. V. „Der Norden liest” war unlängst zum zweiten Mal Sonja Schnitzler zu Gast. Sie las im bis zum letzten Platz besetzten Kuturladen aus ihren eigenen umfangreichen, bislang unveröffentlichtem Wek „Vom Stempel der Erinnerung”, autobiografischen Aufzeichnungen, Erinnerungen an die Kinder- und Jugendzeit in Potsdam (Teil II).

1933 in Potsdam geboren und aufgewachsen, berichte Sonja Schnitzler als Zeitzeugin über das entbehrungsreiche Leben in Potsdam in der Nachkriegszeit, über Erlebnisse und Ereignisse ihrer Kindheit und Jugendzeit.

Sie schildete ihre Erlebnisse der 1. Mai-Demonstration 1946, an der sie als dreizehnjährige Einstein-Schülerin teilnahm. Die rote Nelke, die sie erhielt, hatte sie sich sofort angesteckt, unwissend von der Aktion „Weiße Nelken“ an diesem Tag. Aus Opposition gegen die undemokratische Entwicklung in Ostdeutschland hatte sich 60 Potsdamer Schüler zwischen 15 und 19 Jahre weiße statt roter Nelken angesteckt. Das wurde als „faschistische Provokation“ gewertet.

Die Schüler mit den weißen Nelken wurden vom Sowjetischen Geheimdienst NKWD verhaftet. 18 wurden nachweislich zum Tode verurteilt, 14 davon erschossen, vier verstarben während der Haft in Bautzen bzw. Sachsenhausen. Das Schicksal vieler anderer konnte bis heute nicht geklärt werden.

G. S.

X