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Vom Rhein an die Havel

Dreikönigskonzert für Violine, Cello und Klavier in der Dorfkirche Groß Glienicke
mit Lesungen aus Texten von Mascha Kaléko, Heinrich Heine und Theodor Fontane

Zwei der drei Musiker sind in der Dorfkirche Groß Glienicke bereits bekannt. Sie wurden mit begeistertem Applaus gefeiert, als sie uns im Juli 2016 auf eine musikalische Zeitreise mitnahmen: die Cellistin Ji-Eun Noh und der Pianist Christian Ubber. Am Dreikönigstag 2018 sind die beiden erneut in der Groß Glienicker Dorfkirche zu hören, diesmal verstärkt durch die Violinistin Judith Oppel.

Die drei haben ein Programm im Gepäck, das seinem Titel “Vom Rhein an die Havel” gleich in zweifacher Hinsicht gerecht wird – wenn man darüber hinwegsieht, dass Groß Glienicke auch vom Rhein aus gesehen nur beinah an der Havel liegt. Zum einem leben und wirken die drei Musiker am Rhein oder doch zumindest im Rheinland. Zum anderen sind zwei der fünf im Dreikönigskonzert 2018 gespielten Komponisten – Max Bruch und Engelbert Humperdinck – tatsächlich vom Rhein an die Havel gekommen und dauerhaft dortgeblieben. Auch Ludwig van Beethoven war in seinen jungen Künstlerjahren in Berlin. Er hat dort am Hofe Friedrich Wilhelm II – inspiriert durch die Bekanntschaft mit den französischen Cellisten Jean-Louis und Jean-Pierre Duport – die Gattung der Violoncello-Sonate (Violoncello und Klavier) erfunden.

Neben den drei genannten Komponisten stehen außerdem Johannes Brahms und Robert Schumann auf dem Programm, und zwar mit zwei Sätzen aus ein und demselben Werk: In Erwartung des Besuchs des großen Geigers Joseph Joachim bei Robert Schumann in Düsseldorf komponierten drei Freunde im Oktober 1853 die so genannte „FAE-Sonatenüberraschung“: eine gemeinschaftlich entworfene und ausgeführte Sonate von Albert Dietrich (1. Satz), Johannes Brahms (3. Satz) und Robert Schumann (2. und 4. Satz). Die Abkürzung F.A.E. steht für das Motto „Frei aber einsam“. Am Dreikönigstag werden wir in Groß Glienicke die Sätze Intermezzo (Schumann) und Scherzo (Brahms) hören.

Literarisch umrahmt wird die musikalische Reise mit Werken von Mascha Kaléko, Heinrich Heine und Theodor Fontane. Jeder der drei hat seine eigene Beziehung zu diesem Konzert. Heine hielt mehrfach lyrische Zwiesprache mit Vater Rhein, und Fontanes literarische Beschreibungen des Havellandes sind weltbekannt. Mascha Kaléko ist dem Aufführungsort besonders verbunden. Um den Groß Glienicker See herum wird sie gerne als Kladower Dichterin bezeichnet. Tatsächlich ist die 1907 im galizischen Chrzanów geborene Dichterin erst 1914 auf der Flucht vor Pogromen nach Deutschland – zunächst nach Frankfurt am Main – gekommen, nur um 1938 erneut emigrieren und in die USA auswandern zu müssen. Heute, da Geflüchtete erneut zur Alltagsrealität gehören, lässt sich die Schwere einer durch Flucht bestimmten Biographie vielleicht erahnen. Umso mehr erstaunt die – wenn auch oft melancholische – Leichtigkeit, mit der Kaléko den Alltag in Ihren Gedichten verarbeitet. Olivia Zorn, hauptberuflich stellvertretende Direktorin des Ägyptischen Museums in Berlin und darüber hinaus als Saxophonistin im Bläserchor der evangelischen Kirchengemeinde Groß Glienicke aktiv, wird eine Auswahl von Texten aus den Federn Kalékos, Heines und Fontanes vortragen.

Vom Rhein an die Havel – Seien Sie herzlich willkommen zum Dreikönigskonzert am Samstag, 6. Januar 2018 um 17:00 Uhr in der evangelischen Dorfkirche Groß Glienicke.

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