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Viel Power hinter „kleinen Gärtnern“

Kleingärtner und ihre Organisationsformen

In unserer Ausgabe vom Juli 2017 hatten wir unter „Wissenswertes“ ein Gespräch mit dem Rechtsanwalt Walter Schröder des Landesverbandes Brandenburg der Gartenfreunde e.V. veröffentlicht, welches unter dem Gesichtspunkt des Offenen Briefes des Landesverbandes an alle Kommunen, geführt wurde. Für die Redaktion des HEVELLER  war dieses Gespräch Veranlassung, Grundlagen und Organisationsformen der Kleingärtnerei zu beleuchten.

Kleingärtner sind einem bundesweit geltenden Gesetz – dem Bundeskleingartengesetz (BKleingG) – mit seinen Regelungen unterworfen. In den §§ 1- 3 BKleingG werden grundsätzliche Fragen der kleingärtnerischen Tätigkeit beleuchtet und auch Begriffsbestimmungen vorgenommen. Danach sind Kleingärten immer in einer Anlage liegend, für deren Erhaltung ein entsprechender Kleingärtnerverein verantwortlich ist, der von der zuständigen Landesbehörde die Gemeinnützigkeit anerkannt bekommt und im Vereinsregister eingetragen ist. D.h. schon kraft Gesetzes ist der Kleingärtner mit dem Vereinswesen eng verbunden und dies, wie unsere Recherchen ergeben haben, nicht erst mit dem BKleingG aus dem Jahr 1983, sondern bereits mit der Entstehung der Kleingärten, welche in das 19. Jahrhundert zurückreicht.

Die Kleingärtnervereine in der Bundesrepublik (BRD) sind letztlich über Dachverbände, anderen Spitze der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V. (BDG) steht, organisatorisch verbunden. In der BRD gibt es  knapp 14000 Vereine, die sich wiederum in insgesamt   515 Regionalverbänden (Stadt- , Kreis-, Bezirks-, Regional- oder  Territorialverbände) organisiert haben und die in 20 Landesverbänden (also mehr als die BRD Länder besitzt) Mitglied sind. Diese 20 Landesverbände bilden den BDG.

Die Kleingartenfläche in der Bundesrepublik umfasst rd. 46.000 ha mit insgesamt knapp einer  Million Kleingärten. Der BDG ist seinerseits Mitglied in der europäischen Kleingärtnerorganisation  Office International du Coin de Terre et des Jardins Familiaux a.s.b.l. (Office International). Diese Organisation ist an sich keine reine europäische Organisation, da z.B. auch der japanische Verband seit Ende 2016 Vollmitglied ist. Das Office International ist bereits 1926 in Luxemburg gegründet worden und vereint 14 Landesverbände aus Europa. Diese Landesverbände haben wiederum ähnliche Organisationsstrukturen wie in der BRD, sind aber teilweise unterschiedlich aufgebaut. Das Office International ist eine internationale Nichtregierungsorganisation (INGO) mit partizipativen Status im Europarat.

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