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Total digital? Wo steht die Landeshauptstadt Potsdam beim Thema der Digitalisierung?

Mehr als 80 Teilnehmer aus Stadtverordnetenversammlung, Wirtschaft, Wissenschaft sowie Führungskräfte aus der Verwaltung und kommunalen Unternehmen trafen sich im Hasso-Plattner-Institut am Campus Griebnitzsee, um die Chancen und Herausforderungen einer digitalen Verwaltung für die Landeshauptstadt Potsdam zu diskutieren.

Prof. Dr. Christoph Meinel, Institutsdirektor und CEO des Hasso-Plattner-Instituts, und Franz-Reinhardt Habbel, Beigeordneter des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, führten am 25. November 2017 mit viel beachteten Vorträgen in das Thema ein. Es folgten interaktive Workshops zu den Themen digitale Verwaltung, städtische Infrastruktur, Bildung, Mobilität und Wirtschaft. Darüber, wie die Digitalisierung Politik und Verwaltung ganz konkret ändern kann, berichtete der deutsche Botschafter in Estland, Christoph Eichhorn. Estland ist der Vorreiter der Digitalisierung innerhalb der EU. In Estland ist schon lange Realität, was in Deutschland noch diskutiert wird. Mit ihrer digitalen Bürgerkarte z.B. haben die Bürgerinnen und Bürger Zugang zu allen relevanten Dienstleistungen. Auch können sie alle über ihre Person erfassten Daten jederzeit und von überall aus kontrollieren und schützen. Behördengänge sind kaum mehr nötig. Der Breitbandzugang zum Netz ist für alle Schulen auch schon lange Standard.

Bürgermeister Burkhard Exner, der als Impulsgeber in der Stadtverwaltung für das Thema und die notwendige Entwicklung einer digitalen Verwaltung gilt, weiß nicht nur um die Notwendigkeit der Umsetzung, sondern auch um die Schwierigkeit und Dauer valider Spezifizierungs- und Entwicklungsprozesse. „Die Schwierigkeit in einer Vereinfachung und digitalen Abbildung vorhandener Prozesse ist, diese erst einmal in ihrer Komplexität abzubilden, weil in diese Prozesse oft mehrere Mitarbeiter unterschiedlicher Abteilungen und Fachbereiche involviert sind. Und weil das so ist, müssen wir zu allererst die Mitarbeiter der Stadtverwaltung für unsere Ideen gewinnen und sie zum Teil des gesamten Digitalisierungsprozesses werden lassen“, berichtet Exner dem HEVELLER in einem Interview nach der Veranstaltung. Weil Exner sich diesem wichtigen Zukunftsthema aber schon bereist vor langer Zeit angenommen und u.a. für diese schwierige Aufgaben den erfahrenen CIO (Chief Information Officer) Dr. Christoph Andersen an seine Seite geholt hat, ist man auch in dieser Sache bereits weiter. „Wir haben es hier geschafft, ein gemeinsames Verständnis von Digitalisierung zu entwickeln und eine gemeinsame Sprache zu sprechen. Darauf können wir aufbauen.“ meint Andersen zuversichtlich.

Bürgermeister Burkhard Exner (rechts) im Gespräch mit den deutschen Botschafter in Estland Christoph Eichborn (Mitte). Foto: Landeshauptstadt Potsdam/ Frank Daenzer

Die Landeshauptstadt Potsdam bewegt das Thema Digitalisierung in sehr unterschiedlichen Facetten und liegt weit hinter vielen anderen großen Städten in Deutschland. Digitalisierung der Verwaltung, smarte Mobilität, Smart City, Digitale Bildung, Breitband oder das digitale Stadtwerk sind nur einige von vielen Themen, die aktuell auf der Agenda der Politik und der Verwaltung stehen. Gerade weil das Thema so wichtig und so weitreichende Konsequenzen in vielen Bereichen unseres Lebens haben wird, fordern einzelne Stadtverordnete, wie z.B. Norbert Mensch (CDU/ANW) die Einführung eines Digitalgremiums in Form eines Ausschusses. „Ein solch dringend erforderlicher Digitalausschuss sollte Prioritäten in verschiedenen Themenbereichen für konkrete Projekte vorschlagen und als Antragssteller den Oberbürgermeister beauftragen können“, so Mensch gegenüber dem HEVELLER.

Auch in anderen Fraktionen wird die Gründung eines Ausschusses für Digitalisierungsfragen weniger diskutiert als mehr darüber abgestimmt, wie und wann er installiert werden soll.
„Wir werden die starken Impulse vom heutigen Tag für unsere Digitalisierung nutzen. Dafür braucht es auch ein „digital mindset“, also ein klares Verständnis darüber, was Digitalisierung für Potsdam bedeutet. Digitalisierung ist mehr als ein Ansatz für eine moderne Verwaltung. Die Digitalisierung durchdringt alle Gebiete unserer Arbeit. Unsere Vision ist, dass Schülerinnen und Schüler mit digitalen Medien lernen. Der Nahverkehr soll moderne urbane Mobilität ermöglichen. Und vor allem: Die Bürgerinnen und Bürger sollen von der Digitalisierung im Rathaus profitieren.“ so Bürgermeister Burkhard Exner.

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