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Stadt und Verein unterzeichnen langjährigen Nutzungsvertrag

Alexander Haus in Groß Glienicke wird Ort der Erinnerung, Bildung und Versöhnung

Burkhard Exner, Bürgermeister der Landeshauptstadt Potsdam, und Moritz Gröning, Vorstand des Vereins Alexander-Haus e.V., unterzeichneten den Nutzungsvertrag für das Alexander Haus. Nach längerem Leerstand wird der ehemalige Sommersitz der jüdischen Ärztefamilie in Groß Glienicke wieder zu neuem Leben erweckt und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

„Wir freuen uns, dass sich der Kreis jetzt endlich schließt. Als Landeshauptstadt Potsdam unterstützen wir das Vorhaben und sehen uns in der Verantwortung einen großen Teil in dieses Projekt einzubringen, damit das Sommerhaus der Öffentlichkeit zukünftig als ein Ort der Begegnung zur Verfügung steht“, sagt Burkhard Exner.

„Hier kann die deutsch-jüdische und deutsch-deutsche Geschichte mit viel Engagement des Vereins und seiner Mitglieder erlebbar werden.“

„Wir freuen uns sehr, mit der Landeshauptstadt Potsdam einen langfristigen Nutzungsvertrag für das Alexander Haus abschließen zu können und danken der Kommunalpolitik und der Verwaltung für ihre nachhaltige Unterstützung“, betont Thomas Harding, Vorsitzender des Alexander-Haus e.V. und Urenkel von Dr. Alfred Alexander. „Unser Fokus ist es jetzt, die  Instandsetzung des ursprünglichen Sommerhauses abzuschließen, es für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen und das Grundstück als Ganzes zusammen mit unseren Partnern zu einem Ort der Bildung und Versöhnung zu entwickeln.“

Kulturministerin Martina Münch begrüßt die heutige Unterzeichnung des Nutzungsvertrages zwischen der Landeshauptstadt Potsdam und dem Verein Alexander-Haus. „Das Alexander-Haus ist mit seiner gesamten Geschichte  – von der Nutzung in 1920er Jahren als Sommerhaus, der Vertreibung seiner jüdischen Besitzer in 1930er Jahren, über den Mauerbau unmittelbar auf dem Grundstück bis zur Wiedervereinigung  – Zeuge und Zeugnis gesamtdeutscher Geschichte.

Durch das beeindruckende Engagement der Nachfahren von Dr. Alfred Alexander und die Gewinnung lokaler und internationaler Helfer konnten im vergangenen Jahr erste Sicherungsmaßnahmen auf dem Grundstück erfolgen. Das Land hat die Restaurierungsmaßnahmen im Rahmen der Denkmalhilfe mit 32.000 Euro gefördert. Ich freue mich, dass durch das Zusammenwirken vieler Partner dieses Denkmal nicht nur restauriert, sondern künftig auch als Ort der Versöhnung und Völkerverständigung sowie für Forschung und Bildung genutzt werden soll. Dafür werden wir uns weiter einsetzen.“

Das Grundstück am Ufer des Groß Glienicker Sees sowie das darauf befindliche Gebäude befinden sich im Eigentum der Landeshauptstadt Potsdam. 2014 hat das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege und das Archäologische Landesmuseum das Sommerhaus Alexander in die Denkmalliste des Landes Brandenburg aufgenommen. Damit wurde die wissenschaftliche, baugeschichtliche und geschichtliche Bedeutung des Gebäudes offiziell bestätigt. Die Stadtverordnetenversammlung unterstützt das Ziel, das Alexander Haus als Ort der Erinnerung, Versöhnung und Begegnung öffentlich zugänglich zu machen.

Das Sommerhaus wird seit Dezember 2016 denkmalgerecht instandgesetzt. Inzwischen ist die Sicherung der Substanz, vor allem des Daches, weitestgehend abgeschlossen. Die Instandsetzung wird finanziert aus Mitteln des Denkmalrettungsfonds des Landes Brandenburg, Denkmalpflegemitteln des Bundes sowie umfangreichen privaten Spenden von Bürgern und Stiftungen aus Großbritannien, Deutschland und anderen Ländern.

Die denkmalgerechte Instandsetzung des 1927 errichteten Sommerhauses hat bereits begonnen und soll Ende 2017 abgeschlossen werden. Sie wird aus privaten Spenden sowie Mitteln des Landes und des Bundes finanziert. Im Anschluss soll das Gelände weiter entwickelt werden, die Errichtung eines neuen Seminar-Gebäudes ist geplant

Der Verein Alexander-Haus e.V. wurde 2013 von Einwohnerinnen und Einwohnern des Ortsteils Groß Glienicke und Mitgliedern der Familie Alexander gegründet. Ziel des Vereins ist es, das Haus mit Grundstück als Ort der Erinnerung an die deutsch-jüdische Geschichte, der Versöhnung, Bildung und Begegnung zu restaurieren und für die Zukunft zu sichern. Hierzu arbeitet der Alexander-Haus e.V. mit lokalen und internationalen Partnern zusammen, unter anderem mit dem Ernst-Ludwig-Ehrlich-Studienwerk und dem Avicenna-Studienwerk sowie der Universität Potsdam.

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