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Schwanger? Schon jetzt die Steuerklasse optimieren!

Werdende Eltern kümmern sich in den ersten Schwangerschaftswochen um Arzttermine, die Suche nach einer Hebamme und Geburtsvorbereitungskurse. Ans Elterngeld denkt kaum jemand. Aber genau das sollten sie tun, sonst wirkt sich das negativ auf den Kontostand aus.

Nach der Geburt eines Kindes können Väter und Mütter für maximal 14 Monate Elterngeld beziehen und untereinander aufteilen. Ein Elternteil kann dabei mindestens zwei und höchstens zwölf Monate für sich in Anspruch nehmen. Der Staat zahlt Eltern zwischen 65 und 67 Prozent des Nettoverdienstes, aber mindestens 300 Euro und höchstens 1.800 Euro monatlich. Wie viel Elterngeld der Einzelne bekommt, richtet sich nach dem Nettoeinkommen der letzten zwölf Monate.

Meist sind es die Mütter, die für längere Zeit Elterngeld beantragen. Sind sie vor der Geburt in der ungünstigeren Steuerklasse 5, sollten sie nach Bekanntwerden der Schwangerschaft möglichst schnell in die Steuerklasse 3 wechseln. Es gilt die Grundregel: Der Antrag auf den Steuerklassenwechsel muss spätestens sieben Monate vor dem Monat gestellt werden, in dem der Mutterschutz beginnt.

Beispiel: Erwartet eine Schwangere für den 11. Januar ihr Baby, beginnt ihr sechswöchiger Mutterschutz am 29. November. Spätestens ab Juni muss sie in der Steuerklasse 3 sein. Da ein Antrag auf einen Steuerklassenwechsel immer erst im darauffolgenden Monat wirkt, muss das Paar den Antrag im Mai stellen, damit die Elterngeldstelle ihn noch berücksichtigt.

Es wird also deutlich, dass sich eine werdende Mutter mit dem Thema beschäftigen muss, sobald sie von der Schwangerschaft erfährt. Daher sollten sich Eheleute bei vorhandenem Kinderwunsch bereits frühzeitig damit auseinandersetzen und zumindest die Steuerklassenkombination 4/4 wählen. Der ungünstigste Fall ist nun mal, wenn der Elterngeldbezieher in der Steuerklasse 5 ist.

Tipp: Nach der Geburt können die Eltern wieder in die – unter normalen Umständen – günstigere Steuerklassenkombination zurückkehren. Aber Achtung: In dem laufenden Kalenderjahr darf vor der Geburt nur einmal die Steuerklasse gewechselt werden.

Weitere Informationen gibt es beim Lohn- und Einkommensteuer Hilfe-Ring Deutschland e.V. (Steuerring), Beratungsstelle Potsdam, Kathrin Köhler-Stahl, Georg-Hermann-Allee 23, 14467 Potsdam, Tel. 0331/5057739 oder im Internet unter www.steuerring.de. Aus gesetzlichen Gründen darf der Steuerring ausschließlich im Rahmen einer Mitgliedschaft (§4 Nr. 11 StBerG) beraten.

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