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Reges Club-Leben – exklusiv für Frauen

DDAC möchte Paarener Gutshaus besichtigen

Am 29. Mai 2018 kommt der Berliner Deutschen Damen Automobil Clubs (DDAC) nach Uetz-Paaren um das dortige Paarener Gutshaus zu besichten. Die Clubmitglieder erforschen das Leben der jüngsten Tochter des Paarener Gutsherren Rudolf Friese (1844-1927) und möchten das Umfeld kennen lernen, in dem Kete (verheiratet von Kommerstädt) aufwuchs. Sie war die Vorsitzende der Landesgruppe Sachsen und starb 105-jährig 1991 als ältestes Clubmitglied.

Im Vorfeld des Besuches baten wir Regina Caspers, über die Geschichte des DDAC zu berichten. Sie teilt uns mit: Im Mai 1926 hatten sieben Damen das Gründungprotokoll des „Deutschen Damen Automobil Clubs“ unterschrieben. „Ein bahnbrechendes Ereignis!“ schrieb Ellen Herfs. Warum?

Lucy Elisabeth Freifrau VON LINSINGEN ( 1887 – 1961 ) gründete ihn am 18. Mai 1926 mit sechs weiteren couragierten Damen der Berliner und Potsdamer Gesellschaft im Clubhaus des Clubs für Motor – Yachtsport in Berlin-Gatow. Ziele des Clubs waren sportliche Veranstaltungen, gemeinsame Auto-Ausflüge eingebettet in ein reges Club-Leben – exklusiv für Frauen.

Damen des Automobil Clubs in den 1920er Jahren. Foto © DDAC

„Es ist dies der erste Club in Deutschland, der auch den Damen Gelegenheit gibt, auf diesem Gebiete ihren Sportsgeist geschlossen zu betätigen, sich ihren Platz im sportlichen Wettstreit zu sichern und in der exklusivsten Gesellschaft eine Kultur des vornehmsten Sportzweiges zu pflegen“, heißt es in einem Schreiben, das Lucy von Linsingen gleich nach der Club-Gründung an potenzielle Mitglieder verschickte.

Doch Frau mit Auto war damals keineswegs selbstverständlich. Man muss sich vor Augen halten, wieviel Aufsehen, Bewunderung, aber auch Verwunderung und spöttisches Wohlwollen – manchmal bis in unsere Tage – der Automobilsport für Damen damals ausgelöst hat. Die Dame am Steuer ist nicht nur mit Hut und wehendem Schal im Cabrio in Mode- und Werbefotografie hübsch anzusehen, sondern die „Neue Frau“ steht für das Selbstbewusstsein einer Generation von Frauen, die Technik und Sportlichkeit unter Beweis stellen konnten und wollten.

Autowerbung, Zeitschriften, Mode, Kunst, Plakate und später auch Film: Alle waren zur Gründungszeit des Clubs fasziniert von der jungen Generation von Frauen, die Mut und Ausdauer bewiesen und über technische Fähigkeiten verfügten, die man in der damaliger Zeit besitzen musste, wollte man selbst ein Auto fahren und an Rennen oder Zuverlässigkeitsfahrten teilnehmen.

Zuvor war das Auto noch als das Abenteuer- und Sportgerät des Herrenfahrers definiert. Ein Herrenfahrer war ein „technisch erfahrener und motoreifriger“ Herr, „der sehr viel Zeit hatte und aus dem Umherjagen in der Welt ein Lebensziel machte“ (Eugen Diesel: Autoreise 1905, Leipzig 1941, S. 21).

Fortsetzung folgt!

 

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