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Protest Menschenkette gegen mehr Windräder

Über 250 Menschen protestierten am Sonnabend des 9. Septembers gegen die geplante Aufstellung von weiteren Windrädern auf der Nauener Platte bei Neukammer (Ortsteil von Nauen). Hier befinden sich 40 von den 198 bereits errichteten Windenergieanlagen (WEA), welche bei dem stürmischen Wind an diesem Nachmittag voll in Aktion waren. Die Initiatorin der Bürgerinitiative (BI) Gegenwind Ketzin und Teilnehmer der Protestaktion wandten sich u. a. gegen die Zerstörung der Natur- und Kulturlandschaft. Mit von der Partie waren besorgte Bürger, darunter eine Reihe ehrenamtlicher Kommunalpolitiker, welche aus betroffenen Ortschaften kamen. Sie bildeten gemeinsam mit Vertretern der Bundesinitiative Vernunftkraft und der Volksinitiative „Rettet Brandenburg“ über die L91 bei Neukammer eine Menschenkette in Form eines Kreuzes als Protestaktion.

Rund 250 Menschen protestierten gegen die geplante Aufstellung von weiteren Windrädern auf der Nauener Platte. Foto: Uwe Steckhan

Von schöner Natur blieb hier bei Neukammer nicht viel übrig. Es gibt kein Vogelgezwitscher. Das Wummern der Rotorblätter der WEA an grenzt an Lärmbelästigung.  Die Redner benötigten ein Mikrofon, um nicht übertönt zu werden.

Jamila Wichniarz von der BI Gegenwind hob hervor, dass es bereits für die umfangreiche Stromerzeugung der bestehenden Windräder keine Speichermöglichkeiten gäbe und es werde schon jetzt mehr Strom produziert, als in das vorhandene Stromnetz eingespeist werden könne. Mangels Stromtrassen gelange der Strom auch nicht dorthin, wo er gebraucht werde. In der Folge würden WEA abgeschaltet und der Bürger bezahle den nichtproduzierten Strom trotzdem. Die Ausfallprämien flössen in die Taschen der Betreiber.

Jamila Wichniarz ging in auch auf die fragwürdige Energiepolitik ein, Wälder für Windräder zu opfern. Für ein Windrad müssen bis zu 500 Kiefern sterben. Damit werden pro Windrad 1500 bis 2000 Tonnen Kohlendioxid weniger gespeichert. Es dürfe kein Wald für subventionierte Stromerzeugung zu vernichtet werden.

„Die Nauener Platte ist ein Beispiel, wie man es nicht machen sollte“, sagte Bundestagsmitglied Uwe Feiler (CDU). Er sei grundsätzlich für die Nutzung der Windenergie. Aber das Land Brandenburg habe die meisten WEA und die höchsten Strompreise. „Die mit dem Bau von Windrädern verbundenen Lasten müssen bundesweit fairer verteilt werden.“

Volkmar Richter (FDP), Direktkandidat für den Bundestag, hob hervor: „So lange die gesundheitlichen Auswirkungen, beispielsweise durch Infraschall, und die Speicherung des von WEA zu viel produzierten Stromes nicht geklärt sind, sollte der weitere Bau von Anlagen nicht gnadenlos forciert werden.“

Nikolai Ziegler, Vorsitzender der Bundesinitiative für vernünftige Energiepolitik sagte:„Fast keine Region in Deutschland bleibt von diesem Irrsinn verschont.“ Er bezog sich auf die 29 000 Windkraftanlagen in Deutschland. Er forderte rigoros, keine weiteren Anlagen mehr zu bauen.

Nach Meinung von Axel Kruschat (BUND) tragen die Menschen die größte Verantwortung für den Klimawandel. Die Energiewende müsse erfolgreich gestaltet werden. Aber auf der Nauener Platte sei Wildwuchs entstanden.

G. S.

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