Ungestörte Gastlichkeit
7. April 2018

Monatslosung April

Liebe Leserinnen und Leser;

in diesen Tagen wird wieder viel über einen sehr besonderen sozial engagierten Pfarrer gepredigt, diskutiert und sogar gesungen. Am 4. April jährt sich sein Todestag zum 50igsten Mal.

Das ist ein gewichtiger Anlass, uns das Beispiel Martin Luther Kings neu vor Augen zu führen: In den 50iger Jahren stand dem jungen Soziologen und Theologen eine glänzende wissenschaftliche Laufbahn bevor; aber Martin Luther King schloss sich dem Widerstand gegen die Apartheid an. Er setzte alle Kraft ein, um gegen die sogenannte Rassentrennung im Süden Amerikas anzugehen. Leitbild seines Protestes war Mahatma Gandhi. Wie sein großes Vorbild hoffte auch Martin Luther King, gegen allen Widerschein, dass es einen gewaltfreien Weg geben würde, um Verständigung zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen zu erreichen.  Er träumte von einer Gesellschaft, in der wirklich alle gleichberechtigt miteinander leben, ungeachtet ihrer Hautfarbe und ihrer Herkunft. Martin Luther Kings früher Tod hat diesen Traum nicht ausgelöscht. Viel wurde seither erreicht. Und doch ist sein Land noch weit von einer tatsächlichen sozialen Gleichberechtigung entfernt. Und auch hier bei uns im freien Europa und sogar in Deutschland sind wir noch immer nicht ganz frei vom Klassendenken, wenn wir da hinsehen mögen? Da gibt es ein 2-Klassensystem der Krankenkassen, das große Probleme verursacht. Mehr und mehr wächst, angesichts eines hart umkämpften Arbeitsmarktes, der Leistungsdruck auf unsere Kinder und macht krank. In vielen Berufssparten beziehen Frauen noch immer niedrigere Gehälter für gleiche Arbeit bei gleicher Qualifikation. Von einer leichteren Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird viel geredet und kaum etwas getan… Es gibt viel, womit wir uns nicht abfinden dürfen! Martin Luther King hatte sich in seinem entschiedenen Engagement von Jesu Bergpredigt ansprechen lassen. Er verstand, dass es einem Christen nicht zusteht, Ungerechtigkeit und Feindschaft zwischen Menschen einfach so hinzunehmen und darauf zu warten, dass sich mit der Zeit schon etwas ändert. Für eine bessere Welt müssen wir eintreten, gewaltfrei doch bestimmt und wenn nötig auch unter Gefahren.

Sein 50. Todestag mag uns daran erinnern: Auch wir sind eingeladen gegen allen Widerschein von einer Welt wirklicher Gleichberechtigung zu träumen. Denn wir können niemals glücklich werden auf Kosten unserer Mitmenschen.

Auch uns gilt Jesu Auftrag zur tätigen Nächstenliebe, der unseren Blick auf die schwächeren Glieder in unserer Gesellschaft lenkt.

Lassen wir uns das noch einmal sagen, mit der Monatslosung für den April: Jesus Christus spricht: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. (Johannes 20,21) Viel Mut zum Träumen wünsche ich uns dabei!

Ihre Pfarrerin Gundula Zachow

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