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Mit „Bischoffwerder’s Witwe“ auf Fontanes Spuren

Am 24. Februar luden Stadtführer vom Potsdam Guide  anlässlich des Weltgästeführertags zu Gratis-Führungen ein

Durch den Marquardter Schlosspark führte ganz in Schwarz und mit Gesichtsschleier die „Witwe Bischoffwerder” alias Ramona Kleber vom Lavendelhof. Es gelang ihr besonders eindrucksvoll mit Fontanes Worten seine Spuren zu vermitteln. Trotz ungewohnter tiefer Minusgrade fanden sich auch nach und nach reichlich Wanderfreunde vor der Kirche und dem Marquardter Parkeingang ein. Bevor sie sich aber der „eigenen” Familie Bischoffwerder widmete, appellierte sie, für die „verwunschene“ Muschelgrotte im Neuen Garten zu spenden. Das Kleinod lag zu DDR-Zeiten größtenteils im Grenzstreifen und nahm durch Feuchtigkeit Schaden. Der Förderkreis Muschelgrotte benötigt für die Restauration des Marmorfußbodens 10.000 Euro. Die Stadtführer baten deshalb am Weltgästeführertag neben  ihren kostenfreien Führungen um Spenden zweckgebunden für die Muschelgrotte.

Zugleich erklärte Ramona Kleber Augen zwinkernd: „Diese Spendenaktion sei für dieses Jahr, wir brauchen selbst Geld, für den Aufbau unsere Grotte.”

Von der berühmten Marquardter Blauen Grotte, in der Hans Rudolph von Bischoffswerder für seinen königlichen Freund Friedrich Wilhelm II. Geister beschwor, findet man zur Zeit nur noch blaue Glassplitter.

Theodor Fontane widmete den „Geheimen Gesellschaften“ in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ ein ausführliches Kapitel. Aus diesem und anderen Kapiteln, in denen Fontane über Marquardt schrieb, zitierte die „Witwe Bischoffwerder” bei ihrer Führung durch den Schlosspark. Die Familie Bischoffswerder herrschte von 1795 bis 1860 in Marquardt. 1795 erweiterten Hans Rudolph von Bischoffwerder (1741–1803), Generalmajor und Minister bei Friedrich Wilhem II. von Preußen und sein Sohn, Wilhelm Hans Rudolph Ferdinand (1795–1858), preußischer Generalleutnant, Kommandeur zum 11. Kavallerie-Brigade  Gut und Herrenhaus Marquardt. Auf dem Marquardter Kirchhof befindet sich das Grabkreuz des Sohnes. Hier war die erste Station der Sonntagsführung. Ramona Kleber zitierte hier Fontane, wie der Sohn wusste, dass er wie sein Vater mit 63 Jahren das Zeitliche segne.

G.S.

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