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Lotte läuft vor „ausverkauftem“ Haus

Die Evangelische Kirche Groß Glienicke zeigte zum 90. Geburtstag des DEFA-Filmregisseurs Egon Günther den Film Lotte in Weimar aus dem Jahr 1975

Pünktlich um 19 Uhr eröffnete Pfarrerin Gundula Zachow die Veranstaltung. Frau Dr. Sommer lass im Beisein von Egon Günthers Ehefrau die Glückwünsche des Oberbürgermeisters vor und überreichte Franziska Günther anschließend einen Blumenstrauß und eine aus Schokolade bestehende Filmklappe.

Frau Dr. Sommer bedankt sich im Namen der Landeshauptstadt und überreicht Franziska Günther Blumen und eine besondere Schokoladentafel

Auch wenn die vollbesetzte Kirche aufgrund der Abendstunden schon etwas kühl war, die Lautsprecher den Ton leicht verzerrten und es ab und an zu einer wenig auffälligen Asynchronität kam, war es für alle Anwesenden wieder einmal ein unterhaltsamer Filmabend mit einem ganz besonderen Charme. Mit den hochkarätigen HauptdarstellerInnen Lilli Palmer (Lotte), Rolf Ludwig (Kellner Mager), der noch sehr jungen Katharina Thalbach (Ottilie von Pogwisch) sowie den teilweise sehr humorvollen und fast schon sarkastischen Dialogen präsentierte die Regiearbeit von Egon Günther eine gelungene Inszenierung mit komödiantischem Charakter.

Die Kirche ist auch als Kino ein gut besuchtes Haus

Eine Filmklappe aus Schokolade

Die Aufführung des Films fand im Rahmen des Themenjahres „Stadt trifft Kirche“ statt und wurde im Kontext des 750-jährigen Geburtstages von Groß Glienicke gefördert. Der Film „Lotte in Weimar“ steht symbolhaft für das Wirken Egon Günthers in beiden Teilen des einst geteilten Deutschland.

Egon Günther ist 1927 in Schneeberg im Erzgebirge geboren worden. Nach dem Zweiten Weltkrieg studierte er Pädagogik, Germanistik und Philosophie an der Karl-Marx-Universität Leipzig, anschließend war er als Lehrer tätig. Ab 1958 war er als Dramaturg, Szenarist und Regisseur für die DEFA tätig, bekam aber Probleme mit der DDR-Zensur. Als 1978 sein Film „Ursula“ scharf kritisiert wurde, trat Günther aus dem Verband der Filmschaffenden der DDR aus und verließ das Land. Künftig arbeitete er nur noch an westdeutschen Film- und Fernsehproduktionen mit. 1990 kehrte er nach Babelsberg zurück – als Regisseur, Autor und Hochschullehrer. Egon Günther wohnt im Potsdamer Ortsteil Groß Glienicke. Anlässlich des Filmjahres 2011 ehrte ihn die Landeshauptstadt mit einer Eintragung in ihr Goldenes Buch.

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