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Leserpost: Busse in Penticton

Zur Zeit befindet sich unsere Leserin Jutta Bratz aus Neu Fahrland bei ihrem Sohn in Penticton in Britisch Columbia in Kanada. Die Stadt liegt zwischen einem großen See, dem Okanagan, über 120 km lang und einem kleinen See, dem Skaha, 22 km lang. „Unser “ kleiner See ist zugefroren und weiß beschneit, der Winter ist hier in diesem Jahr kälter als gewöhnlich. Jutta Bratz schickte unserer Redaktion ihre Beobachtungen beim Busfahren.

Es gibt in Penticton mit seinen 35.000 Einwohnern 2 in die nächsten Ortschaften fahrende Buslinien sowie 7 innerstädtische Buslinien, davon eine Nachtlinie und eine Sommerlinie, die in der schönen Jahreszeit die beiden Seen verbindet. Die Buslinienstrecken sind so konzipiert, dass in jeder Straße mindestens einmal pro Stunde ein Bus hält bzw. dass in ca. 5 Minuten eine Bushaltestelle zu Fuß erreichbar ist. Apropos Haltestelle: Die meisten Haltestellen sind durch ein kleines senkrechtes Schildchen mit der Aufschrift Busstop gekennzeichnet, auf dem weder verzeichnet ist, welcher Bus dort hält noch wann er kommen wird. Aber die Menschen in der Stadt, jedenfalls die, die Bus fahren, werden das gelernt haben. Für die Neuen oder Fremden ist das nicht so einfach. Alle Busse fahren mindestens ein Einkaufscenter an, die meisten sogar 2 oder 3. Dazu verlassen sie kurz ihre Route, fahren einmal um den Block und kehren dann auf ihre Strecke zurück. Man kann an diesen Punkten auch umsteigen, wie auch an manchen anderen, die frau aus einem Buslinienplan ersehen kann. Die Busse fahren nie leer, mindestens eine Person – außer  dem Fahre – sitzt immer drin. Und wer fährt mit? In erster Linie alte Menschen, meistens ausgerüstet mit Krückstock, Rollator, Rollstuhl oder Rentnerporsche. hier wird deutlich, dass Penticton wegen seiner außerordentlich reizvollen Lage ein bei Rentnern beliebter Wohnort ist. Dann Mütter mit Kinderwagen, ab und zu Vagabunden, manchmal Fremde und nach Schulschluss eine Gruppe junger Schüler/innen. Die Busse und die „Rentnerfahrzeuge“ sind perfekt aufeinander abgestimmt. Vorn beim Fahrer ist ein breiter Einstieg, auf dem bei Bedarf eine Einstiegshilfe herunter geklappt wird. Wenn jemand nicht schafft selbständig diese Rampe hochzufahren, erhebt sich der Busfahrer und hilft. In der Mitte des Busses sind Vorrichtungen zum Parken aller dieser Fahrzeuge, in denen frau einfach sitzen bleibt  oder sich daneben auf einen Sitz setzen kann, während das Gefährt auf dem hochklappbaren Nebensitz geparkt wird. Erst, wenn der Bus an einer Haltestelle zum Stehen gekommen ist, erhebt sich der oder die Ausstiegswillige und begibt sich zum Ausgang und nach dem Einstieg fährt der Bus erst wieder los, wenn die Eingestiegenen ihren Sitzplatz gefunden haben. Der Busfahrer wird sowohl beim Einstieg als auch beim Ausstieg freundlich begrüßt bzw. verabschiedet, mindestens mit einem Zuwinken im Rückspiegel, meistens auch mit einem Danke schön. Und die Monatskarte für Rentner/innen kostet nur 32 kan.$, für Menschen mit Handicap noch weniger. Alle Menschen, die noch selbst ein Steuer drehen können, haben in der Regel keine Ahnung vom Bussystem, sie sind ja immer im eigenen Auto unterwegs, wenn sie irgendwo hin wollen.

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