Löwenbrunnen im Garten des Hauses Kladower Forum in Betrieb genommen
6. Juli 2017
Die Geschichte des Ketziner Fischerfestes – 2
6. Juli 2017

„Kirchen in Ketzin/Havel“ erschienen

Pünktlich zur Eröffnung des Kirchentages in Ketzin/Havel am 21. Mai ist das Buch „Kirchen in Ketzin/Havel und Etzin, Falkenrehde, Gutenpaaren, Paretz, Tremmen, Zachow und Knoblauch (in memoriam) Betrachtungen von Helmut Augustiniak“ erschienen.

Inhalt der Betrachtungen sind nicht nur reine Beschreibungen der Kirchenbauten und ihrer Innenausstattung, sondern auch Überlegungen zur Geschichte der Kirche und im geringeren Maße auch des Ortes.

Zur Bauzeit der Ketziner evangelischen Kirche, die immer mit dem Zeitraum 1150 bis 1180 angegeben wird, werden Überlegungen angestellt, ob nicht auch ein früherer Zeitpunkt wahrscheinlich ist. 1150 starb zwar der Slawenfürst Pribislaw in Brandenburg, aber als christlicher Fürst begann er mit dem Bau der St. Gotthardkirche schon vor seinem Tode. Warum soll zu seinen Lebzeiten nicht auch schon der Wehrturm in Ketzin/Havel gebaut worden sein? Der Brandenburger Bischof Wiggert, der 1138 eingesetzt wurde, begann seine Missionierungsarbeit von Stützpunkten aus. War Ketzin/Havel so ein Stützpunkt?

Zur 1911 gebauten Ketziner katholischen Kirche betrachtet Helmut Augustiniak die Bevölkerungsentwicklung während des Bestehens der Ziegeleiproduktion Ende des 19. Jahrhunderts. Katholische Christen bauten ihre Kirche mit dem Ende des Bismarck’schen Kulturkampfes in Preußen.

Neben anderen geschichtlichen Daten gibt es hinweise auf den berühmten Wissenschaftler Johann Peter Süßmilch, der fast ein Jahr Pfarrer in Etzin war. Er wurde als Probst nach Berlin berufen und leistete hier bewundernswerte gesellschaftliche Arbeit. Interessant ist, dass er in Berlin-Friedrichshagen auch eine Schenke besaß, hier nicht nur Wegbereiter der Statistik  sondern auch guter Biere war.

Eine besonders schöne Kirche befindet sich in Falkenrehde. Eine Lithografie aus der Mitte des 19. Jahrhunderts zeigt die Kirche in ihrer alten Form, die gegenwärtige Form erhielt sie 1910.

Neben den Daten zur Kirche, wird im Abschnitt „Gutenpaaren“ auch auf das am Straßenrand stehende Sühnekreuz eingegangen.

Der Tourismusmagnet „Paretz“ erhält seine Würdigung vor allem durch die Beschreibung der Zeit Friedrich Wilhelm III. und der Königin Luise.

In Tremmen vermittelt der Buchautor seine Gedanken, inwieweit die Kirche eine Wallfahrtkirche war.

Auf dem Kirchhof von Zachow wurde der Grabstein eines Mitglieds der Großbauernfamilie Frensche entdeckt. Ein Verwandter dieser Familie war im Havelland der Schöpfer zahlreicher Kanzeln und Taufsteine.

Der letzte Abschnitt der Broschüre ist der jetzigen Ortswüstung Knoblauch gewidmet. Von diesem Ort ging die spätmittelalterliche Judenverfolgung aus.

Buchautor Helmut Augustiniak

Foto: Schiller

 

X