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Gewalt kommt nicht in die Tüte!

Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November 2017

Seit 1999 wird jedes Jahr am 25. November weltweit der Aktionstag gegen Gewalt an Frauen begangen. Dank des Frauenpolitischen Rates Brandenburg e.V. und weiterer Kooperationspartner nutzten in der Woche vom 20. bis 26. November mehr als 150 Bäckereien im Land Brandenburg extra angefertigte Brottüten für das Verpacken ihrer Waren, um über das Hilfsangebot nach einer Vergewaltigung sowie über die Frauenhäuser und Beratungsstellen im Land Brandenburg zu informieren.

Auch in Potsdam gab es die informative Brottüten. Die brandenburgweite Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ ist ein wichtiges Projekt auch für die Landeshauptstadt Potsdam, sagte Heiderose Gerber geschäftsführende Vorstandsfrau des Autonomen Frauenzentrums Potsdam e.V. Denn es gibt keine Entlastung beim Thema häusliche Gewalt. Die Entwicklung der Fallzahlen Häuslicher Gewalt steigen laut dem aktuellen Lagebild der Polizei Brandenburg weiter an. So wurden im Jahr 2016 offiziell 4.291 Straftaten im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt registriert, 5,5 % mehr als im Vorjahr und so viel wie noch nie zuvor. Potsdam weist mit 6,4 % der gemeldeten Straftaten einen hohen Anteil der im Landes Brandenburg erfassten Straftaten auf. Höchste Steigerung trat 2016 bei Körperverletzungen auf 2934 Straftaten 7,7 % mehr als 2015. Ebenso sind 64 Fälle der Vergewaltigung und sexuellen Nötigung erfasst wurden. Das sind 10 Fälle mehr als 2015.

Die Medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung und die vertrauliche Spurensicherung ist von enormer Wichtigkeit, um mehr Vergewaltigungen aufklären zu können. Frauen bekommen u.a. im Klinikum Ernst von Bergmann nach der Gewalttat nicht nur ärztliche Soforthilfe. Es werden Spuren gesichert und auf Wunsch anonym gelagert, damit die Frauen Zeit haben sich zu einer Anzeige zu entschließen.

Alle Informationen gibt es unter https://www.hilfe-nach-vergewaltigung-brandenburg.de/

Im Potsdamer Frauenhaus fanden 2016 33 Frauen und 27 Kinder Schutz. Die Zufluchtswohnung des Autonomen Frauenzentrums Potsdam e.V. war auch in 2016 durchgehend voll ausgelastet. Hier leben Frauen und Ihre Kinder die einen längeren Unterstützungsbedarf aufweisen, nach der Erfahrung mit häuslicher Gewalt. In der Beratungsstelle für Frauen und Mädchen wurden 2016 249 Frauen 1257 persönlichen, telefonischen  sowie schriftlichen Kontakten beraten.

Heiderose Gerber, 0331 90 13 13 oder post@frauenzentrum-potsdam.de

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