Einladung zur Holzbauwelt mit tausenden Holzbausteinen
1. Februar 2018
„Krampnitz”, das neue Ausflugsziel
1. Februar 2018

Ermordung tausender Gefangener

Ausstellung „OPEN MIND – Kalligrafie, Fotografie, Film“ mit Filme über furchtbare Kriegsverbrechen in Syrien

Im Kulturladen des Bürgervereins Fahrland und Umgebung e. V. wurden im Rahmen der Ausstellung deutsch-syrischer Künstler zwei Filme gezeigt. Der Abend begann, wie die Eröffnungsveranstaltung am 30. September (HEVELLER berichtete), mit einem arabischen Buffet.

Bevor der 2:30 Minuten lange Kurzfilm „Taif“ von Morad Aldeeb zu sehen ist, sagte Projektleiterin Katharina Riedel, zeigen wir einen Film über die syrische Revolution, um „Taif“ besser zu verstehen.

Nach den ersten Bildern der syrischen Revolution wurden massenhafte Gräueltaten des Assad-Regimes an seinem eigenen Volk offenbart. Zivilisten, denen man Kritik an der Regierung vorwarf, kamen in die Gefängnisse, sowie auch Menschen, die wahllos von Straßen gegriffen wurden. In eine Zelle, für nur fünf Menschen vorgesehen, waren bis zu 70 Gefangene eingepfercht. Militärtribunale erzwangen „Geständnisse“ durch Folter. Die Inhaftierten wurden mitten in der Nacht aus ihren Zellen geholt, schwer misshandelt und dann gehenkt. Ihre Leichen kamen in geheime Massengräber. Verscharrt, Erschlagen, zu Tode gefoltert oder an Krankheiten gestorben – die Hinrichtungen werden von der syrischen Regierung autorisiert. Die Exekutierung von 13 000 Menschen ist nachgewiesen. Viele andere waren systematisch gefoltert worden, u. a. Elektroschocks, Schläge, Fesselungen, Schlafentzug, Aushungerung, mit Brenneisen und dem berüchtigten russischen Folterstuhl gequält, mit dem die Wirbelsäulen gebrochen werden. Auch Kinder und Babys wurden in die Gefängnisse geschleppt. Sie befanden sich auch unter den vielfach zu sehenden Leichen, verstümmelt und mit zum Teil ausgestochenen Augen. Bei diesen systematischen Menschenrechtsverletzungen handelt es sich um ein massives Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Ammar Al Kharraz, Jalal Mando und Murad Al Deeb haben diesen Horror selbst erlebt. Am Ende des Filmes zeigten sie ihre verbliebenen tiefen Narben. In ihrem Film „Taif“ sind sie die Hauptdarsteller. „Taif“ ist ein arabisches Wort, das mehrere Bedeutungen hat wie Schatten, Phantom, Seele. Im Film verdecken sie sich völlig mit dunklen Umhängen und schreiten langsam nach vorn. Ammar Al Kharraz, der die Gefängnis-Nummer 303 hatte, erklärte dazu, dass es viel bedeutet, wenn eine Person verhaftet wird. Sie bekommt sofort einen Pullover oder ein Stück Stoff über den Kopf gezogen, so dass sie nicht weiß, wohin es geht und sie niemand erkennt. Wurde der Pullover vom Kopf entfernt, war der Häftling freigegeben. Er konnte sich mit seiner Familie oder mit Freunden treffen. Oder er ist getötet, durch Folter mit Todesfolge oder direkt ermordet worden. Das ist auch Freiheit, aber in einer anderen Form.

Das langsame Bewegen im Film bedeute, dass der Häftling lange Zeit gefesselt bleibt. Die schwarzen Umhänge sind Ausdruck für die Dunkelheit der Gefängnisse, in denen Assad und seine Helfer tausende von Menschen eingepfercht haben.

„OPEN MIND – Kalligrafie, Fotografie, Film“ ist Kunst, die zutiefst schmerzt.

Der gemeinsame Kosens ist Frieden – One Mind – السلام عقل واحد!

Gertraud Schiller

X