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Ende der direkten Busverbindung nach Potsdam?!

Nicht jeder hat es mitbekommen, dass im Sommer eine für die Groß Glienicker bedeutsame Entscheidung getroffen wurde: Es wird zum Fahrplanwechsel im Dezember mit Ausnahme des Schulverkehrs wohl, bis auf den Schülerverkehr, keine durchgehende Buslinie nach Potsdam mehr geben.

Das empörte viele, weil sie davon nichts wussten, andere weil ihnen aus Potsdam bisher immer die Weiterfahrt zugesagt wurde. Mehr als 400 Unterschriften für den Erhalt der Buslinien zum und vom Hauptbahnhof waren schnell gesammelt. Ein entsprechender Antrag wurde für die Septembersitzung des OBR von Groß Glienicke durch Andreas Menzel (UWG) gestellt.

Deutlich wird angesichts der großen Resonanz in kurzer Zeit, dass das Thema Groß Glienicke bewegt.

Argumentiert wird mit Fahrgastzahlen, aber angesichts der Menschen, denen das Umsteigen besonders schwerfällt, erscheint das unpassend: Vor allem ältere Menschen, Frauen mit Kinderwagen und Behinderte sind betroffen. Der Bus 638 war auch die Verbindung von Bahnhof zu Bahnhof.

Argumentiert wird mit der Luftreinhaltung. Schienenfahrzeuge seien umweltfreundlicher als Busse, aber Busse sind umweltfreundlicher als private PKWs. Wenn das Busfahren unattraktiver wird, etwa durch längere Fahrzeiten und zusätzliches Warten an Haltestellen bei Wind und Wetter, wird von vielen doch das Fahrgeld gespart und das oft vorhandene private Fahrzeug vorgezogen werden. Dann ist für die Luftqualität nichts gewonnen.

Argumentiert wird mit wirtschaftlichen Erwägungen. Dabei wurden gerade keine Kosten gescheut, die neue Tramlinie zu bauen.  Erst spät wurde deutlich, dass das auf Kosten des Potsdamer Nordens gehen soll. Nach der Eingemeindung, die mit einigen Versprechungen verbunden war, entsteht das Gefühl, quasi „abgekoppelt“ zu werden, denn Potsdam wird in Zukunft mit keinem Verkehrsmittel mehr bequem zu erreichen sein. Gerade die neu Zugezogenen werden sich dann nach Berlin orientieren und dort ihr Geld ausgeben.

Die neuen Bewohner werden den Verkehr auf der Bundesstraße nicht verringern, aber dass der Bus erst im Stadtgebiet Potsdam im Stau stehen würde, erschließt sich uns nicht. Der drohende Verkehrskollaps sollte zu einer Politik führen, die den öffentlichen Nahverkehr attraktiver macht, auch wenn dafür Investitionen notwendig sind. Langfristig wäre es sicher ein schönes Ziel, mit der Tram von Potsdam bis Groß Glienicke, vielleicht sogar bis Spandau fahren zu können. Pläne dazu gab es schon einmal.

Jetzt aber den durchaus positiven Bau der Tramlinie auf Kosten der Anbindung der nördlichen Ortsteile zu gestalten, erscheint mir als das falsche Signal.

Einen herzlichen Dank an alle, die sich an der Unterschriftenaktion beteiligt haben!

Norbert Schatz, Andreas Menzel

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