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Die Koffer sind gepackt

Die Leonardo-Da-Vinci-Gesamtschule beginnt nach den Sommerferien das kommende Schuljahr in dem Neubau am Bornstedter Feld – das Warten hat sich gelohnt

Über ein Jahr verzögerte sich der Umzug der Leonardo-Da-Vinci-Gesamtschule, doch jetzt ist es endlich so weit, nach den Sommerferien beginnt das neue Schuljahr in den fertiggestellten Räumlichkeiten, die ein noch breiteres Lehrangebot versprechen.

Schon vor sechs Jahren war der Standort am Bornstedter Feld auserkoren worden, um wegen der starken Nachfrage der Elternschaft in einer der am stärksten wachsenden Regionen Potsdams eine Gesamtschule anzubieten. Doch bevor die Rahmenbedingungen für den nun bevorstehenden Umzug gegeben waren, zog man 2011 erst einmal in ein Gebäude in der Haeckelstraße und begann den Unterricht mit drei siebenten Klassen und einem kleinen Lehrerstab.

Die neue Schule ist fertig, jetzt laufen nur noch die Abschlussarbeiten

Heute ist die Leonardo-Da-Vinci-Gesamtschule auf 630 SchülerInnen und 67 LehrerInnen angewachsen und die SchülerInnen der damaligen siebenten Klasse sind nun die ersten, die an der Schule im kommenden Jahr ihr Abitur machen werden. „Zwei Drittel unserer Schüler schaffen den Übergang zur gymnasialen Oberstufe und machen das Abitur“, berichtet uns die Schulleiterin Kirsten Schmollack stolz. Nur leider ist der Schulentwicklungsplan bereits überholt und die Nachfrage nach geeigneten Schulen in Potsdams Norden ist höher als das Angebot.

Die Schule, die eine starke MINT-Ausrichtung hat (MINT = Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik), wird in den neuen Räumlichkeiten das schon jetzt sehr breite Angebot noch einmal erweitern und vertiefen können. So stehen zusätzliche Räume für Theater, Musik, Naturwissenschaften und allein drei Informatikräume zur Verfügung. Auch eine Lehrküche, umfangreiche Werkstätten und die Kooperation mit Institutionen wie z.B. der Handwerkskammer erweitern das schulische Bildungs- und das außerschulische Lernangebot. Auf Wunsch der Schülerschaft wurde sogar das Ganztagsangebot erheblich erweitert. Räume für Bandproben, ein weiterer PC-Raum, Kreativräume und der Schulfunk bieten neben dem großen Sportangebot den SchülerInnen viele Möglichkeiten der Freizeitgestaltung oder des eigenständigen Lernens.

Schmollack erklärt das pädagogische Konzept ganz einfach: „Jugendliche lernen bei uns nicht nur den Unterrichtsstoff, sondern Eigenverantwortung zu übernehmen. Sie werden geprägt durch Selbstwirksamkeit, indem sie erfahren, dass das eigene Handeln eine Wirkung hat. Unsere Schüler sollen ihre individuellen Stärken durch unsere Unterstützung erkennen und ausbauen. Um das zu erreichen, müssen wir ihnen ein breites und tiefes Angebot garantieren, aus dem sie sich dann – ganz nach individuellem Interesse – etwas aussuchen können.“ Dazu dient auch die Vielzahl jahrgangsspezifischer Projekte, wie z.B. Berufsfeld erkundende in Jahrgangsstufe 8 und die außerschulischen Praktika, die die SchülerInnen in den Jahrgängen 9 und 10 absolvieren.

Ganzheitliches Lernen, Lernen mit allen Sinnen, Erlebnislernen oder wie man es auch immer beschreiben möchte, wird hier nicht nur propagiert, sondern umgesetzt. Man scheint den Bezug zu den Lebenswelten der Schüler nicht nur am Lehrplan, sondern auch in den Gesichtern der Schülerinnen und Schüler ablesen zu können, wenn man ihnen auf dem Schulhof oder auf dem Flur begegnet. Sie wirken ausgeglichener als ihre „KollegInnen“ auf anderen Schulen, so als würde man sich ihrer hier annehmen und weniger so, als würden sie jemandem dienen müssen.

Auch das Sprachangebot kommt nicht zu kurz. Neben Englisch, Französisch und Spanisch wird auch Latein angeboten. „Latein ist primär für Schüler interessant, die naturwissenschaftliche Fächer belegen oder später Medizin studieren möchten. Es hilft aber auch weniger Sprachbegabten, ein besseres Verständnis für Sprache im Allgemeinen, Bedeutungen, Grammatik und sogar historische Zusammenhänge zu entwickeln“, weiß Schmollack aus der Praxis.

Der neue Standort bringt auch neue Herausforderungen mit sich. „Das Profil unserer Schule entwickelt sich mit den Bedürfnissen der Zeit. Das heißt für uns, dass wir immer auf aktuelle Themen reagieren und wenn möglich einen Schritt weiter denken müssen.“ Die Digitalisierung zieht nicht nur in die Schulverwaltung, sondern auch in den Unterricht ein. Tafeln und Kreide sind veraltet, jetzt wird ausschließlich mit digitalen Smart- bzw. White-Boards unterrichtet, und die SchülerInnen können im Intranet der Schule versäumten Unterricht nachlesen und so lückenlos aufholen.

Während der Sommerferien werden die einzelnen Geschosse sukzessive ausgestattet, so dass zum September der gesamte Schulbetrieb in Bornstedt aufgenommen werden kann.

Auf das ehemalige Gelände der Leonardo-Da-Vinci-Gesamtschule zieht das Gymnasium Potsdam West ein, das bis dato im Oberstufenzentrum I untergekommen ist.

sts

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