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Die Bienenkönigin aus Uetz-Paaren

Mt 76 Jahren hört Runhilde Sukoll noch nicht mit Imkern auf

Ohne das Summen unter dem Apfelbaum kann sich Runhilde Sukoll ihr Leben überhaupt nicht mehr vorstellen. Sie ist fasziniert von den Bienen und ist letztendlich selbst zur  Bienenkönigin geworden.Die heute 76-jährige denkt überhaupt nicht daran, ihre Hände in den Schoß zu legen. Sie sitzt auch gern mal, um ihre Bienen zu beobachten. Am Flugloch erkenne man, was die Bienen machen wollen, wie z. B. abreisen. Auf ihrem 5000 Quadratmeter großen Grundstück am Kirschweg in Potsdam-Paaren befinden sich sieben Tausendblüten- Superbienenbäume (Euodia hupehensis). Das Grundstück grenzt direkt an einem Wäldchen und einer ausgedienten Apfelplantage. Alles ist hier Ideal für ihre Bienen.

Der Fortschritt hat bei ihr nicht Halt gemacht. Die Imkerei hat sie von Hinterbehandlungskasten auf Magazine umgestellt. Ein Problem stellte sich dabei heraus, dass das Heben der Zargen, die mit bis zu 30 Kilogramm Honig gefüllt sein können, zu schwer wurde. Deshalb hat sich Runhilde Sukoll selbst einen Kran entworfen und gebaut, mit dem sie die schwere Last aus den Magazinen mit Leichtigkeit tansportieren kann.

Eine Zarge ist hier nicht der Rahmen einer Tür. Der Begriff Zarge kommt aus der Magazinimkerei und beschreibt eine Ebene der Bienenbeute (bzw. Bienenwohnung). Es gibt eine bis zwei Zargen für den Brutraum und eine bis mehrere Honigraum-zargen. Die Zargen sind so konstruiert, dass sie Rähmchen bzw. Waben halten können. Des Weiteren gibt es noch die Futterzarge, welche mit Flüssigkeit gefüllt auf die Beute gesetzt wird.

In diesem Jahr kann sich Runhilde Sukol über die Frühjahrstracht nicht beschweren. Sie konnte auch bereits einige Königinnen züchten und einige Magazine mit Ableger besetzen. Die Brutflächen in den Bienenvölkern wachsen stetig. Durch Schröpfen der Bienenvölker gibt man der Königin Platz zum Stiften und die Gefahr sinkt, dass sich diese mit einem Teil des Bienen auf den Weg macht, um sich eine neue Behausung zu suchen. Schröpfen bedeutet, Bienenmasse zu entnehmen und daraus Ableger zu bilden.

Das Zusetzen einer neuen Königin ist immer ein kritischer Moment für das Bienenvolk, erklärt  Runhilde Sukoll, man müsse dabei achtsam vorgehen.Die geringste Störung und Aufregung im Volk kann ein Anfallen und Abstechen der noch nicht mit dem Volke verwachsenen Königin zur Folge haben. Das Zusetzen der Königin kann mit verschiedenen Methoden erfolgen.

In Golm, so erzählt Frau Sokoll, hatte zu DDR-Zeiten ein Imker seine eigene Methode entwickelt. Er nahm 1 Flasche Klarer Juwel, Blauer Würger (DDR Schnaps 32 Prozent) und trank zunäst das erste Gläschen selbst. Den Schnaps des zweiten Glases nahm er in den Mund und pustete ihn dann in das Volk hinein und konnte dadurch unbeschadet die Bienenkönigin einsetzen. Als er mal weg fahren wollte und keinen Schnaps getrunken hatte, fielen die Bienen mit vielen Stichen über ihn her.

(Fortsetzung folgt)

G. Schiller

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