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Die Bienenkönigin aus Uetz-Paaren – Folge 3

Runhilde Sokoll’s Superbienenbäume mit „summenden“ Blüten

Mit 76 Jahren denkt Runhilde Sokoll nicht daran, mit Imkern aufzuhören. Warum auch. Sie ist ein Energiebündel voller Tatendrang und die Bienenkönigin aus Uetz/Paaren. Kürzlich hatte sie fünf weitere königliche Hoheiten für a 40,- € gekauft, um ihre leistungsfähige und sanftmütige Zuchtlinie zu erhalten und zu verbessern. Gemeinsam überprüfen wir das Wohlbefinden der Königinnen in ihrem jeweiligen Hofstaat. Die Bienenköniginnen leben normaler Weise bis zu zwanzig Mal so lang wie Arbeiterinnen, sind wesentlich größer und legen täglich bis zu 2000 Eier. Dann halten wir am großen Goldfischteich inne. Der Teich, so erklärt Runhilde Sokoll, ist gleichzeitig auch ihre Bienentränke. Im und am Teich tummeln sich nicht nur Bienen, Goldfische und prächtige Koi’s, sondern auch viele große Frösche.

Blüten und Bienen des Superbienenbaumes

Dann gehen wir zu Runhilde Sokoll’s beiden Superbienenbäumen, die ursprünglich aus Ostasien (China) stammen und auch hierzulande seit einigen Jahrzehnten heimisch geworden sind. Der eine Baum Evodia (Euodia hupehensis) blühte in voller Pracht. Auf kleinen Blüten, die in Dolden wachsen summten tausende Bienen. Der Baum, der von Juli bis zum Oktober blüht, ist Runhilde Sokoll’s ganzer Stolz. Vor 32 Jahren hatte sie ihn als kleine, wenige Zentimeter große Pflanze erworben. Nun hat er eine Größe von etwa sechs Metern erreicht und gibt einen angenehmen Blüten- und Blattduft ab. In Ungarn wird er auch Honigbaum genannt. Er sei als idealer Hausbaum sehr robust, hitze- und trockenresistent. Der Nektar von nur drei kleinen Blüten soll bereits ausreichen, um eine Biene zu sättigen. Der Bienenweidebaum stellt auch den Vögeln ein hervorragendes Nährgehölz dar.

Runhilde Sokoll an den „summenden“ Blüten ihres Superbienenbaumes

Wir schauen zu den Bienen und all den „summenden“ Blüten. Sie sind glücklich und wir sind es deshalb auch. Ein warmes Lüftchen weht vom Nachbargrundstück zu uns herüber. Es war Getreidezeit. Runhilde Sokoll erinnert sich an ihre Anfangszeit als Imkerin, als auf dem Nachbargrundstück Getreide gedroschen wurde. Sie wollte bei ihren Bienen arbeiten und legte ihre Schutzkleidung mit dem großen Schleier an, vergaß aber ihre Hosenbeine zuzubinden. Schon kroch eine Vielzahl von Bienen von innen an den Hosenbeinen hoch. Runhilde Sokoll musste blitzschnell entscheiden, sich vielmals stechen lassen oder die Hosen ausziehen und sich von den Männern, die nebenan Getreide droschen, auslachen lassen. Sie entschied sich für letzteres. Das schallende Gelächter der Männer blieb nicht aus, als sie nur in Schlüpfer dastand und auch nicht eine reichliche Spöttelei.

Langsam neigt sich der schöne Tag, es ist gegen 18.00 Uhr. Der Stress des Alltages ist hier in dem Potsdamer Ortsteil vergessen. Bei der Verabschiedung sagt die Imkerin, dass sie noch Honig zur Obstscheune des Obstgutes Marquardt bringen will. Denn der Kunde, welcher zwischenzeitlich von ihrem Ehemann bedient wurde, kam von dort hierher, weil dort der Honig ausgegangen war.

Fortsetzung folgt.

Gertraud Schiller

Fotos: Schiller

 

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