Im Kajak von Neu Fahrland nach Danzig
27. September 2017
Jetzt sind wir da und wollen bewegen
27. September 2017

Die Bienenkönigin aus Uetz-Paaren

4 und letzte Folge

Runhilde Sokoll drängt auf die Gesunderhaltung der Bienen

Als wir uns im Frühjahr das Erste Mal zufällig trafen, hatten wir eigentlich nur ein Thema, wie die Bienen über den Winter gekommen sind.

Runhilde Sokoll, die Bienenkönigin aus dem Potsdamer Ortsteil Uetz-Paaren hatte nur geringe Verluste. Woanders sah es schlechter aus. So ein großes Bienensterben gab es in Brandenburg seit zehn Jahren nicht mehr: Mehr als 40 Prozent der Bienenvölker hiesiger Imker sind gestorben. Und das hat Folgen. Die Hauptursachen seien die Varroamilbe, die Ausbreitung von Mäusen, die Monokulturen und der Klimawandel. Auch zu feuchte Sommer, zuviel Wärme Winter, machen der Biene zu schaffen. Mit 20 Prozent Einbußen bei der Überwinterung liegt Brandenburg im Bundesdurchschnitt. 750 000 Bienenvölker gibt es, laut Schätzungen in Deutschland. Die Zahl schrumpft immer mehr und man müsse mit schlechteren Bestäubungsleistungen, schlechteren Erträgen, Qualitätseinbußen und teurerem Honig rechnen. Schließlich seien die Insekten die wichtigsten Nutztiere des Menschen. Ohne die Bestäubungsleistung der Bienen würden viele Obstsorten nicht wachsen.

„Man dürfe die empfohlene Bekämpfung der Varroamilben keinesfalls vernachlässigen”, sagte Runhilde Sokoll. Bei ihr wird sie regelmäßig durchgeführt. Junge Imker, die frisch geschult wurden, haben gegenüber manch Älteren auch kaum Verluste, weil sie neues Wissen anwenden und nicht auf alten Methoden beharren. Obwohl es seit Jahren gute Behandlungsmethoden gäbe, werden aber durch die verseuchten Bienen gewisser Imker ständig neue Varroa-Milben eingeschleppt.

Im Sommer nach der Honigernte (ungefähr zwischen Mitte und Ende Juli) ist eine erste Behandlung gegen die blutsaugenden Varroa-Milben notwendig. Auch junge Völker (diesjährige Schwärme) sollten behandelt werden. Im November, wenn die Bienen nicht mehr brüten, ist es möglich, das Bienenvolk komplett zu entmilben. Durch die Anwendung organischer Säuren sei es möglich, die Milbenplage los zu werden und den gefährlichen Einsatz von Präparaten der Pharmaindustrie überflüssig zu machen.

Wenn es doch Ausfälle gibt, kann der Bestand aufrecht erhalten bleiben, wenn sich im Mai oder Juni viele Völker teilen.

In den ersten Jahren ihrer Imkerei, als ein Schwarm von Runhilde Sokoll in Richtung Paarener Dorfleben flog, sagte ihr ein anderer älterer Imker, dass Bienen eines solchen Schwarmes nicht stechen. Deshalb half er ihr, ohne Schutzkleidung beim Einfangen. Am eigenen Leib und besonders an seinen Kopf, welcher dem Haarwuchs schon weitestgehend entledigt war, musste er feststellen, dass auch diese Bienen schmerzlich stechen. Sein Haupt war nun von vielen Beulen gekrönt.

G. S.

Die Bienen summen nur leis

Wie ernst und still ist es in Feld und Wald.
Die Nebel hängen grau und tief und kalt.
Früh geht die Sonne schon zu Bett – ganz sacht,
Und morgens schläft beinah sie bis um acht.
Den ganzen Tag steht oft sie wie im Traum.
Sie sieht nicht Feld und Wald, nicht Busch und Baum.
Die Wolken hüllen sie in Schleier dicht,
Seht doch ihr bleiches, müdes Angesicht.
O zeig uns doch dein herrlich Leuchten wieder!
Doch Regentropfen rinnen dicht hernieder,
Als wollten Erd‘ und Himmel sich vereinen.
Sollt‘ Mutter Erd‘ wohl leise heimlich weinen?

Die Bienen summen nur noch leis‘ – ganz leis‘,
Und nur der alte Bienenvater weiß,
Daß sie in warmer Traube sich verbinden,
Vereint den kalten Winter überwinden.
Gönnt ihnen gern die wohlverdiente Ruh‘,
Deckt jedes Volk warm und behaglich zu.
Horcht, wie sie flüstern leise, wie im Traum,
Von neuer Blütenpracht im weiten Raum.
Sie sind das höchste Glück für ihn auf Erden.
Er wird zu pflegen sie nie müde werden,
Damit sie hungern nicht und frieren brauchen.
Erst dann wird er in Ruh‘ sein Pfeifchen rauchen.

PINKPANK / 1955

X