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Die Bienenkönigin aus Uetz-Paaren

Mit 76 Jahren hört Runhilde Sokoll noch nicht mit Imkern auf/Folge 2

Im Juni dieses Jahres waren es 33 Jahre, seitdem Runhilde Sokoll imkert. Sie denkt überhaupt nicht daran, ihre Hände in den Schoß zu legen und schon gar nicht mit der Imkerei aufzuhören. Immer wieder gern sitzt sie im Garten, um ihre Bienen zu beobachten. Am Flugloch erkenne man, was die Bienen machen wollen, ob sie z. B. abreisen wollen. Kundschafterin vermitteln Futterquellen. Etwa fünf Prozent der Flugbienen sind so genannte Kundschafterinnen mit der Aufgabe, in unbekannten Gebieten nach neuen Nahrungsquellen zu suchen. War eine solche Kundschafterin mit ihrer Suche erfolgreich, so übergibt sie bei der Rückkehr ihre Ausbeute, beispielsweise den gesammelten Nektar an Stockgenossinnen.

Runhilde Sokoll imkert seit 33 Jahren

In früheren Jahren hatte Runhilde Sokoll 38 Wirtschaftsvölker, welche leider durch Spritzen in den Plantagen der Obstproduktion zu Schaden gekommen sind. Heute bewirtschaftet sie acht. Bei der Vermehrung ihrer Bienen möchte sie sanftmütige Tiere züchten. Das ist ja auch schon ganz gut gelungen. Im Gegensatz zu früheren Jahren, wo man zur Besichtigung der Bienenquartiere Schleier und Handschuhe benötigte, ging es hier ohne alles.

Jedoch ist es bei Ehemann Gerhard Sokoll (ehemaliger Ortsbürgermeister) ganz anders. Da er beim Grasmähen regelmäßig gestochen wurde, trägt er nun stets beim Mähen einen Schleier.

Zu der Imkerei ist Runhilde Sokoll durch ihre frühere Arbeit bei der BGH (Bäuerliche Handelsgenossenschaft) Bornim gekommen und war dort eigentlich für den Arbeitsschutz verantwortlich. Als die BGH Imkerei-Bedarf für den Verkauf mit aufgenommen hatte und die Imker bestimmte Sachen kaufen wollten, wusste sie so manches Mal nicht, mit was sie bedienen sollte, wie z. B. mit Roststäben. Sie schaute auf dem Lieferschein und sah, dass Roststäbe auf dem Zettel standen und sie welche haben musste. Ein Imker zeigte sie ihr, Stäbe, die überhaupt nicht rostig waren, welche für Quer- und Längsabstandhaltung benötigt wurden. Immer mehr lernte sie schon bei dem Verkauf der Imkereierzeugnisse dazu.

Schließlich wurde ihr von einem Imker eingeredet, weil sie die Ruhe dazu weg habe, selbst Bienen zu halten. Die Imkerei wurde zu einer Leidenschaft. Nachdem sie nach der Schließung der BHG Bornim verschiedene Umschulungen absolvierte und in neuen Berufen auch tätig war, entschloss sie sich ihren eigenen Imkerei-Bedarfs-Betrieb zu gründen, den sie erfolgreich führte und welcher bis heute noch existiert. In ihren vielen Arbeitsjahren hat sie sich stets um die Förderung der Imkerei bemüht und diesbezüglich auch gern wertvolle Tipps anderen Imkern oder denen, die es werden wollten, auf den Weg gegeben. Das sei bei Imkern keine Selbstverständlichkeit, erzählt Runhilde Sokoll. Immer wieder musste sie feststellen, dass Imker nur an sich selbst denken wollen. Fortsetzung folgt.

G. Schiller

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