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Der Hund lässt ab und zu was liegen

Zwei Dinge braucht ein Hund von Rasse,
eins schwarz auf weiß, eins auf der Straße:

Den Stammbaum. Der den Namen trägt,
den Baumstamm, eh er abgesägt.

Doch auch die kleinen Straßenkreuzer.
Die Dackel-Spitz- und Pudel-Schnäuzer

geh’n an den Baum aus gleichem Grunde,
denn schließlich sind es auch nur Hunde.

Es sei indessen nicht verschwiegen:
der Hund lässt ab und zu was liegen.

Dann wird, wovon er sich befreit,
zum Ärgernis, tritt man es breit.

Dem Hund ist nicht die Schuld zu geben,
allein so äußert sich das Leben –

Der Mensch, der seinen Hund verteidigt,
tut gut daran, dass er’s beseitigt.

Wolfgang Grittner * 1939

Das Gedicht von Dr. Wolfgang Grittner aus Marquardt erschien vor Weihnachten in der FRANKFURTER BIBLIOTHEK, Jahrbuch für das neue Gedicht, herausgegeben durch die Brentano-Gesellschaft Frankfurt/M. von Klaus-F. Schmidt-Mâcon † und Dr. und Mathias Deußer. Das 523-Seiten umfassende-lyrische Großwerk gehört nun zu den über die Jahrzehnte etwa 50 000 veröffentlichten Gedichten der FRANKFURTER BIBLIOTHEK, der größten Gedichtsammlung in der Buchhandelsgeschichte.

Dr. Grittner hat als Tierarzt und berufener Anwalt der Tiere in Gedichtform ein Problem der Hundehaltung aufgegriffen, welches wiederholt zur öffentlichen Diskussionen führt. In Marquardt hat sich die Situation mit den sogenannten Tretminen auf öffentlichen Wegen und im Park erheblich verbessert, seitdem es am Parkeingang Tütenspender für das Liegengelassene vom Hund gibt.

G.S.

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