Potsdam und ViP denken in die Zukunft
1. März 2018
Neue Kita-Container in Fahrland
1. März 2018

Blaulicht für Kita-, Hort- und Schulplätze

Anfang Februar hatte Sozialdezernent und Oberbürgermeisterkandidat Mike Schubert (SPD), gemeinsam mit Noosha Aubel, Beigeordnete für Bildung, Kultur und Sport, und weitere Vertreter der Potsdamer Stadtverwaltung in den Hort der Regenbogenschule Fahrland eingeladen. Eltern und andere Bürger sollten über den Stand der Schaffung neuer Plätze für Kita, Hort und Schule informiert werden. Fahrland ist von einem 800-Einwohner-Dorf zu einer 5000-Einwohner-„Fahrstadt” gewachsen. Erforderliche Einrichtungen wurden zu gegebener Zeit baulich nicht beantragt. Seit Jahren gibt es einen Engpass. Erweiterungsbauten können die Platznot nur verkleinern. Während vorerst eine Interimslösung mit Containern für den nötigen Platz sorgen soll, kann die Fertigstellung eines parallelen Schulneubaus erst 2026 bei laufendem Schulbetrieb samt Fertigstellung der Außenanlagen erfolgen.

Vertreter der Stadtverwaltung informierten während der Bürgerversammlung über den Bau von Kita-. Hort- und Schulplätze

Vorgesehen ist, die geplante Dreizügigkeit der Fahrländer Grundschule nicht nur als eine temporäre Lösung, sondern dauerhaft einzurichten. „Bereits ab kommendem Schuljahr kann eine dritte Klasse unterrichtet werden“, erklärte die Bildungsbeigeordnete. Sie gab an dem Donnerstagabend ihre verbindliche Zusage, dass die temporäre Anlage ab nächstem Schuljahr tatsächlich an den Start geht. Die Doppelnutzung von Räumen durch Schule und Hort könne dabei nicht vermieden werden.

Schulsprecherin Anja Matz berichtete u.a., dass derzeit Schüler und Lehrer über die schlechte Luft und Kopfschmerzen in den Klassenräumen in Folge von Überfüllung klagen. Bernd Richter, Werkleiter des Kommunalen Immobilienservices (KIS), erläuterte, dass auf dem Schulgrundstück kein separater Platz für eine neue Turnhalle gefunden wurde und deshalb der alte Standort benötigt werde. Genaue Planungen müssen noch angegangen und Alternativen geprüft werden.

Ortsvorsteher Claus Wartenberg (SPD) wandte sich entschieden gegen den Abriss der Halle. Zwei nebeneinander stehende Turnhallen würden ihr Erfordernis beweisen. Während der Bürgerversammlung sagte man zu, dass man die Regenbogenschule in die für April 2018 geplante Überarbeitung des stadtweiten Schulwegsicherungskonzeptes hinsichtlich eines Fußweges von der Döberitzer Straße, auch von der Straße Am Friedhof, oder zu Fuß von der Ketziner Straße, vom Bus oder vom Auto kommend, einbeziehe.

Eltern und andere Bürger nutzen die Gelegenheit zur konstruktiven Diskussion

Zu wenig weiterführende Schulen im Umkreis

In dem schnell gewachsenen Potsdamer Norden gibt es zu wenige Plätze an weiterführenden Schulen im Umkreis. Auch Kinder aus Groß-Glienicke sind davon betroffen. Es konnten bislang nur entfernte Schulplätze im Süden von Potsdam angeboten werden.

Dazu sagte Dezernentin Aubel zu, zu prüfen, ob die Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule im Bornstedter Feld statt wie bisher fünf- künftig sechszügig geführt werden kann. Aber rechtlich müsse geklärt werden, ob die Schulplätze überhaupt für Schüler aus dem Potsdamer Norden reserviert werden dürfen.

Mike Schubert erklärte, dass es ab Juni durch die Errichtung eines Containerbaues 60 Plätze mehr geben soll, leider später als geplant, weil sich aufgrund eines gefundenen Baudenkmals die Bauarbeiten verzögerten. Nach aktuellem Stand bleiben jedoch 27 Fahrländer Kinder akut unversorgt. Der Kita-Tipp ist bemüht, Lösungen zu finden.

Reinhold Tölke, Mitarbeiter des Potsdamer Rathauses verwies darauf, dass stadtweit derzeit rund 200 Kitaplätze nicht vergeben werden können, weil Erzieher*innen dafür fehlen.

Eine neue zweite Kita mit 90 Plätzen soll bis 2019 auf einem Fahrländer Grundstück im Bereich Gartenstraße und Mühlenring entstehen.

Aktuellen Planungen zufolge bietet künftig auch Investor Semmelhaack durch den Bau einer Kita 240 neue Plätze. Von der Bürger_innen-Initiative verwies man diesbezüglich darauf, dass das zuvor geplante kombinierte Modell Kita-Seniorenheim Berechtigung habe, da auch die Seniorengruppe in Fahrland wächst und Infrastruktur brauche.

G.S.

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