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Bauplanung in der Endphase

Schon vor ein paar Jahren wurden die ersten alten Bauwerke abgerissen und man nahm an, dass sich auch hier schnell Neubauten erheben und Familien zum Einzug einladen würden, doch auf der Insel in Neu Fahrland sieht es noch nicht danach aus, als würden dort bald Baumaschinen ihre Arbeit aufnehmen.

Schon vor mehreren Jahrhunderten war das Areal der heutigen Insel Neu Fahrland, das noch Mitte des 19. Jahrhunderts die Bezeichnung Gutshof Nedlitz trug und durch den Bau des Sacrow-Paretzer-Kanals im Jahre 1874 – 76 zu einer Insel wurde, von strategischem Interesse. So fungierte es zum einen als Ortseingang zur südlich gelegenen Residenzstadt Potsdam und zum anderen als Tor zum nördlich gelegenen Havelland.

Als König Friedrich Wilhelm IV. nach dem Verkauf der Brücke an den preußischen Staat die Gelegenheit wahrnahm, den nördlichen Eingang der Stadt nach seinen eignen Vorstellungen zu gestalten, beauftragte er Ludwig Persius mit der Planung des Bauvorhabens, das in den Jahren 1854 – 55 umgesetzt wurde.

Die alte Holzbrücke wurde durch eine Ziegelbrücke ersetzt und der Gutshof erhielt, passend zur neuen Brücke, sein charakteristisches Äußeres im „Normannischen Burgenstil“ mit dem typischen Zinnenturm, der bis zu seinem Abriss 1950 gemeinsam mit den Brückenbögen das Landschaftsbild der Umgebung prägte.

Neu Fahrland, damals zur Gemeinde des Kreises Osthavelland gehörend, wurde zwischen dem 01. April 1939 und dem 25. Juli 1952 in den Stadtkreis Potsdam eingemeindet, danach wieder selbstständig und gehört nach einem Einwohnervotum am 26. Oktober 2003 wieder zur Landeshauptstadt Potsdam.

Bald sollen auf der Insel die ersten Wohneinheiten entstehen. Foto: © Robex GmbH

Nachdem der westlich von der B2 gelegene Teil der Insel 2006 an den niederländischen Investor Robex GmbH veräußert wurde, waren die Hoffnungen groß, aus den mittlerweile heruntergekommenen Gebäuden wieder ansehnliche Wohngebäude mit historischem Flair und auf dem gesamten Areal weitere Wohnungen zu errichten und es somit in die städtische Entwicklung einzubeziehen. Nur leider blieb es bis heute bei den Hoffnungen.

Frank Tänzler, Projektleiter der Robex GmbH, spricht mit dem HEVELLER über den Stand der derzeitigen Planungen. „Die städtebauliche Planung ist zu 95 % abgeschlossen“, sagt Tänzler. Auch die offenen Fragen seien bereits mit den Bauträgern und der Stadt geklärt. „Wir bereiten derzeit die Träger- und Bürgerbeteiligungen vor und sind auf der Suche nach Unternehmern, die uns bei dem Abbruch der aufstehenden Hallen und Betonplatten unterstützen, um mit den bauvorbereitenden Maßnahmen beginnen zu können“, erklärt Tänzler.

Aktuell seien insgesamt 200 bis 250 Wohneinheiten von mind. zwei unterschiedlichen Bauträgern geplant. Ebenso berücksichtigt sei auch eine Vielfalt an Gewerbeeinheiten und eine öffentliche Grünfläche im nordwestlichen Teil sowie eine Tram-Haltestelle auf der Mitte der Insel geplant, die zu einer erfolgreichen Wiederbelebung des Areals beitragen sollen.

Tänzler freut sich auch als bekennender Vielnutzer der Tram über die Pläne der Stadt, die Tramtrasse bis zu dem zu Fahrland gehörenden Ortsteil Krampnitz, der sich ebenfalls in der Entwicklung befindet, bis zum Jahr 2025 weiterzuführen. Bisher hätten jedoch weder die Stadt noch die Verkehrsbetriebe Gespräche mit den involvierten Grundstückseigentümern geführt. Und weil eventuell eine neue Brücke über den Sacrow-Paretzer-Kanal gebaut sowie zuvor eine Umweltverträglichkeitsstudie und eine Simulation der zu erwartenden Verkehrsströme durchgeführt werden sollen kann infrage gestellt werden, ob die Stadt an dem optimistischen Ziel 2025 noch lange festhalten kann.

Am Ende wird man sehen, ob die Tramtrasse nach Krampnitz den „stadtbildprägenden Charakter“ erhalten hat und damit „zum Markenbotschafter des öffentlichen Nahverkehrs in Potsdam“ hat werden können, wie es in der europaweiten Ausschreibung so schön heißt.

sts

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